Medizinische FAQs

Hier ist eine Liste der Fragen, die wir im Laufe der Jahre erhalten haben. Die Liste wurde von DAN-Medizinern erstellt und enthält konkrete, wissenschaftlich nachgewiesene Empfehlungen, die unsere Mitglieder berücksichtigen sollten.

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Ich muss in einem OWD-Kurs eine Schülerin unterrichten, die Brustimplantate aus Silikon hat. Ich würde gerne wissen, ob irgendetwas gegen das Tauchen spricht, vielleicht aufgrund der Tiefe (Druck) oder weil das Silikon Stickstoff aufnimmt.
Es gibt nicht viele Informationen darüber, wie haltbar Silikonimplantate sind, wenn man taucht. Was man weiß bezieht sich im Grunde genommen auf Brustimplantate, wobei im Allgemeinen gesagt wird, sie seien sicher und zuverlässig. Die konkreten Vorsichtsmaßnahmen, die man treffen sollte, sind allgemeiner und mechanischer Natur.

Es besteht die – tatsächliche und nicht ungewöhnliche – Möglichkeit, dass sich Inertgasbläschen in den Implantaten bilden. Dies scheint jedoch nicht nennenswert zu sein, da sich dies auf das Innere der Implantate beschränkt und kein Schaden entsteht. Das betrifft sowohl Implantate aus Silikon als auch Implantate aus Kochsalzlösung.

Es liegen keine statistischen oder wissenschaftlichen Informationen zu Weichgewebefüllern oder injizierbaren Implantaten vor, auch wenn bei diesen theoretisch die Gefahr besteht, dass sich örtlich Bläschen mit einer anderen Geschwindigkeit bilden als im umliegenden Gewebe.

In Anbetracht dessen aber, dass der Füller ins Gewebe injiziert wird und in die umliegenden Bereiche übertreten kann, ist es möglich, dass ein Gasaustausch stattfindet, bei dem jedoch kaum die Gefahr einer Schädigung besteht.


Vor kurzem wurde ich gebeten, ein 16-jähriges autistisches Mädchen zu unterrichten. Ich würde gerne wissen, ob das möglich ist und welche Auswirkungen das haben kann bzw. was eventuell dagegen spricht.
Bei Autismus gibt es aus vielen Gründen Kontraindikationen zum Tauchen. Unter anderem ein Kommunikationsdefizit, das das Mädchen unter Wasser in große Gefahr bringen kann.

Da die Beurteilung hier sehr schwierig und komplex ist, rate ich Ihnen einen tauchmedizinischen Fachmann zu konsultieren, der das Mädchen untersuchen sollte und Ihnen dann direkt Auskunft geben kann.
Seine Meinung muss dann mit der des Neuropsychiaters, der das Mädchen dauerhaft betreut, verglichen und gegengeprüft werden.


Ich tauche noch nicht so lange und habe mit dem Druckausgleich der Ohren Schwierigkeiten. Ich habe gehört, dass ich mit abschwellenden Nasentropfen nicht tauchen sollte. Kann ich stattdessen Cortison-Nasensprays (nasale Steroide) verwenden?
ITauchanfänger haben sehr häufig Probleme mit dem Druckausgleich des Mittelohres. Mit zunehmender Erfahrung wird es auch mit dem Druckausgleich besser klappen, wenn Du Dir mit der Zeit Techniken aneignest, die Dir am besten liegen. Es gibt nur spärliche wissenschaftliche Daten bezüglich besonderer Medikamente beim Tauchen. Aufgrund der bekannten Nebenwirkungen von Cortison-Nasensprays gibt es eigentlich wenig Grund zur Annahme, dass es damit Probleme beim Tauchen geben könnte

Obwohl die schnelle abschwellende Wirkung von Nasentropfen, sogenannter Dekongestiva, vorteilhaft erscheinen mag, gibt es mehrere Gründe, warum Steroide doch die sicherere Option darstellen.
Schwellung und Entzündung der inneren Zellwand der Eustachischen Röhre, des Mittelohres und der Nasennebenhöhlen können zum Verschluss bzw. zur Verstopfung und schließlich zum Barotrauma führen. Die inneren Schleimhäute dieser Strukturen sind vaskularisiert (von feinen Gefäßen durchzogen) und Dekongestiva lösen eine Verstopfung nur kurzzeitig, indem sie die Blutgefäße der Schleimhäute zusammenziehen (vasokonstriktive Wirkung) und dadurch die Schwellung vermindern.

Klingt die Wirkung der Dekongestiva allerdings ab, erweitern sich die Blutgefäße wieder. Der Folgeeffekt ist, dass die Blutgefäße wieder anschwellen und noch mehr als zuvor mit Blut verstopfen. Man nennt dies Rebound-Effekt.
Anders als Dekongestiva (herkömmliche abschwellende Nasentropfen) wirken Steroide nicht vasokonstriktiv und daher gibt es auch keinen Rebound-Effekt.
Ein weiterer Nachteil von abschwellenden Nasentropfen (Dekongestiva) ist, dass man sie eigentlich nur für kurze Zeit anwenden sollte, weil sie ihre Wirkung verlieren können, wenn man sie dauerhaft anwendet. Das Steroid Fluticasonpropionat und ähnliche Medikamente andererseits sind dafür gedacht, sie über einen weitaus längeren Zeitraum als Dekongestiva anzuwenden. Ein Barotrauma des Mittelohres verhindert man daher also am besten, indem man abschwellende Nasentropfen (Dekongestiva) meidet und der Taucher lernt, die richtigen Mittelohr-Druckausgleichstechniken während des Abstiegs anzuwenden.


Welche Auswirkungen hat PMS beim Tauchen auf mich?
Das Prämenstruelle Syndrom, auch PMS genannt, das sind wenig verstandene und schlecht definierte psychophysiologische Symptome, unter denen viele Frauen (25-50 % aller Frauen) am Ende ihres Menstruationszykluses, also kurz bevor ihre Menstruation einsetzt, leiden. Zu den Symptomen eines PMS gehören Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Anspannung, Erschöpfung, Depressionen, Kopfschmerzen, Blähungen, Schwellungen, Spannungen in der Brust, Gelenkschmerzen und Essensgelüste. Es wurde festgestellt, dass ein stark ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom tiefer liegende emotionale Störungen verstärken kann. Obwohl in manchen Fällen Progesteron verabreicht wird, gibt es keine durchgängige, einfache Behandlungsmethode.

FRAGEN ZUR TAUCHTAUGLICHKEIT

Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen während eines PMS häufiger Unfälle haben. Wenn Frauen unter dem prämenstruellen Syndrom leiden, kann es ratsam sein, dass sie während dieser Zeit eher konservativ tauchen. Es ist allerdings wissenschaftlich nicht erwiesen, dass sie dann anfälliger für Dekompressionserkrankungen oder Tauchverletzungen bzw. -unfälle sind.

Außerdem sollten Personen mit depressiven oder anti-sozialen Tendenzen hinsichtlich ihrer Tauchtauglichkeit untersucht werden: Sie könnten ein Gefahr für sich oder ihren Tauchpartner darstellen.


Ich bin aktiver Tauchlehrer und muss mir jetzt meinen Backenzahn entfernen und durch ein Implantat ersetzen lassen. Angenommen, dass es beim Ziehen des Zahns bzw. mit dem Implantat keine Komplikationen gibt, wie lange soll ich Ihrer Meinung nach warten, bevor ich wieder tauche?
Darauf gibt es leider keine einfache Antwort. Auf der Website von DAN gibt es zu diesem Thema einen hervorragenden Artikel, den ich hier einmal teilweise für Sie wiedergebe: Bisher gibt es seitens der Chirurgen noch keine einheitliche Empfehlung, was oralchirurgische Eingriffe und das Gerätetauchen betrifft: je komplizierter der Eingriff, desto länger ist vor dem Wiedereinstieg zu warten. Bei chirurgischen Komplikationen verlängert sich diese Zeit ebenso wie dann, wenn Vorerkrankungen vorliegen oder Tabak bzw. Alkohol konsumiert wird.

Nach der Operation, d. h. während der Osseointegration (dem Verschmelzen des Implantats mit dem Knochen) muss alles vermieden werden, was Druck auf die Haut über dem Implantat und die Schraube oder den Aufbau ausüben könnte.

Wird nach der Operation zu früh getaucht, dann kann hier auch schon der geringste Druck Schaden anrichten. Wenn zum Beispiel der Bissbereich des Atemreglers über dem Implantat liegt, kann das Implantat aufgrund der Übertragung der Bisskraft Schaden nehmen. Außerdem müssen noch andere Aspekte berücksichtigt werden und, um nach einem oralchirurgischen Eingriff andere Komplikationen zu vermeiden, sollte so lange wie möglich auf das Tauchen verzichtet werden:

  • Revaskularisierung (Wiederaufnahme des Blutflusses)
  • Stabilisierung des Implantats
  • Druckveränderungen in den Nebenhöhlen
  • die Fähigkeit des Patienten, einen Atemregler im Mund zu behalten
  • Medikamenteneinnahme gegen Schmerzen oder Infektion

 

Knochentransplantationen und Nebenhöhlenchirurgie sind noch komplexer und machen eine noch längere Wartezeit erforderlich. Je größer der Transplantationsbereich, desto länger die Wartezeit. Manche Ärzte empfehlen, mindestens sechs Monate lang jegliche Aktivität zu vermeiden, die zu Mikrobewegungen führen könnte. Tatsächlich kann es bis zu einem Jahr dauern, bis der Bereich rund um ein Implantat vollkommen verheilt ist. Auch wenn möglicherweise keine Probleme auftreten, wenn bereits vor Ablauf eines Jahres getaucht wird, sollte dennoch Ihr Chirurg entscheiden, welche Wartezeit angemessen ist. Auch wenn Ihr Chirurg nicht taucht – Befolgen Sie bitte seinen Rat!

Da es sich bei Ihrem Implantat um einen Backenzahn handelt, besteht das Problem des Atemreglerbisses nicht. Alle anderen Bedenken sind jedoch relevant.


Ich werde älter und mache mir diesbezüglich Sorgen, was das Tauchen angeht. Wirkt sich denn der Knochenschwund bei Osteoporose auf das Tauchen aus?
Bisher hatten wir noch nicht mit einer ausreichenden Anzahl an Frauen zu tun, die ihre Menopause abgeschlossen hatten und bei denen die Gefahr einer Osteoporose bestand (Menopause durchschnittlich mit 50 Jahren, Osteopenie mit 60-65 Jahren und Brüche ab 70-75 Jahren), die viel Taucherfahrung und viele Tauchgänge in erhebliche Tiefen nachweisen konnten (wodurch ein Osteonekrose-Risiko bestünde).

Daher liegen uns keine Daten über gleichzeitig auftretende Osteoporosen und Osteonekrosen bei gefährdeten Frauen (oder Männern) vor.

Die pathophysiologischen Mechanismen, die zu Osteoporose und zu Osteonekrose führen, sind sehr unterschiedlich.

Osteoporose ist das Ergebnis einer geringeren Aktivität der Osteoblasten und einer im Verhältnis dazu gesteigerten Aktivität oder Osteoklasten, was wiederum zum Abbau und zur Demineralisierung von Knochen führt.
Eine Osteonekrose wird durch einen Infarkt der Mikrozirkulation im Knochen ausgelöst. Das Risiko von Frauen an Osteoporose zu erkranken ist höher, da die maximale Knochenmasse, die sie im Laufe ihres Lebens erreichen, geringer ist als bei Männern und der Östrogenverlust während der Menopause die Demineralisierung der Knochen erheblich beschleunigt.

Alles, was wir zu diesem Zeitpunkt sagen können, ist dass Frauen so konservativ wie möglich tauchen sollten, damit ihr Osteonekroserisiko reduziert wird und nicht auch noch diese knochenschädigende Erkrankung zu dem höheren Knochenbruchrisiko hinzukommt, das aufgrund einer östrogenabhängigen Typ-I-Osteoporose bereits vorhanden ist.


Ich bin zu einem Tauchwochenende in El Hierro (Spanien) eingeladen. Die Unterkunft der Taucher befindet sich allerdings in rund 1.000 m Höhe. Es werden 2-3 Tauchgänge pro Tag gemacht, in unterschiedliche Tiefen, alle innerhalb der Nullzeitgrenzen. Wie lange sollte die Oberflächenpause vor dem Aufstieg in die Unterkunft sein?
Sie sollten wissen, dass eine Höhenveränderung nach einem Tauchgang, die mehr als 700 m beträgt, dasselbe Risiko mit sich bringt wie ein Flug. Da Sie 1.000 m überwinden müssen, betrifft Sie das also.

Am sichersten ist es, wenn der Tauchgang 24 Stunden vor dem Flug oder dem Aufstieg abgeschlossen ist. DAN und die Undersea and Hyperbaric Medical Society haben jedoch die folgenden Mindestgrenzen für Flüge bzw. Höhen (Sheffield und Vann, 2004) festgelegt:

  • Einzeltauchgänge innerhalb der Nullzeitgrenzen: 12 Stunden
  • Wiederholungstauchgänge an mehreren Tauchtagen: 18 Stunden
  • Deko-Tauchgänge (geplant oder ungeplant): erheblich länger als 18 Stunden

 

Das bedeutet, dass Sie bei 2-3 Tauchgängen am Tag mindestens 18 Stunden warten müssten.
Da das unmöglich zu sein scheint, raten wir Ihnen, unbedingt nicht mehr als einen Tauchgang pro Tag zu machen, eine angemessen lange Oberflächenpause einzulegen oder Ihre Unterkunft zu wechseln.


Ich hätte gerne ein paar Informationen dazu, welche Verhütungsmethode die Beste ist und sich am besten mit dem Tauchen verträgt. Ich tendiere zu einer Kupferspirale, da ich dann keine Hormone nehmen muss.
Zurzeit gibt es keine medizinischen Erkenntnisse dazu, welche Verhütungsmethode in Bezug auf Dekompressionsstress besser ist. Es gibt zwar keine klinischen Untersuchungen oder Daten zu Intrauterinpessaren („Spiralen“), dennoch denke ich, dass es keine Kontraindikation zu ihrer Verwendung beim Tauchen gibt.

Im Regelfall gilt: Wenn keine Nebenwirkungen und kein dokumentiertes größeres persönliches Thromboserisiko vorliegen (was allerdings auch Einfluss darauf hat, ob das Empfängnisverhütungsmittel verschrieben werden kann), bestehen beim Tauchen keine Kontraindikationen, wenn Empfängnisverhütungsmittel genutzt werden.

Nichtsdestotrotz wird nachdrücklich dazu geraten, konservativere Tauchprofile zu tauchen (Tauchgänge ohne Dekostopps, nicht mehr als zwei Tauchgänge pro Tag, Maximaltiefe 30 Meter, 70-75 % der maximalen Grundzeit und wenn möglich Verwendung von Nitrox mit für Luft berechneten Tauchzeiten).


Bei meinem letzten Tauchgang stieß ich gegen einen Seeigel und seine Stacheln stachen mich in den Oberschenkel. Ich konnte nicht alle herausziehen, daher ließ ich die Wunden einfach heilen und dachte, sie würden schon von alleine herausfallen. Die Stacheln sind aber immer noch im Oberschenkel und manchmal ist er deshalb geschwollen. Könnten Sie mir bitte sagen, was ich tun soll?
Wenn nur noch kleine Stücke der Stacheln übrig sind, werden sie irgendwann ganz vom Körper absorbiert werden.

Wenn sie allerdings groß sind, dann sollten Sie sie von einem Arzt entfernen lassen. Andernfalls kann es zu Fremdkörperreaktionen kommen, die letztlich zwar kein gesundheitliches Problem sind, aber deutliche „Beulen“ auf der Haut hinterlassen können.


Vor vier Tagen habe ich im Mittelmeer eine Qualle berührt. In der Apotheke wurde mir geraten Flubason 0,25%, also eine Desoximetason-Hautcreme zu benutzen, aber die scheint gegen die Hautreizung und das Jucken nicht wirklich zu helfen. Kann ich irgendetwas tun, um die Heilung zu unterstützen?
Normalerweise werden solche Fälle immer und hauptsächlich mit kortisonhaltigen Salben oder Cremes lokal behandelt.

Zusätzlich können Antibiotika zur Anwendung kommen, falls die Gefahr einer Infektion besteht. Dies scheint bei Ihnen aber nicht der Fall zu sein. Es ist ganz normal, dass das Jucken und die Schmerzen auch trotz der Behandlung noch einige Tage andauern. Wenn es Sie zu sehr stört, dann könnten Sie Ihren Arzt bitten, Ihnen eine höher konzentrierte Kortisonsalbe zu verschreiben. Gegen das Jucken könnten Sie eine (natürlich rezeptpflichtige) örtlich betäubend wirkende Creme (Xylocain oder Lidocain) verwenden.


Was muss ich über das Tauchen mit Herpesbläschen wissen?
Hier sind ein paar Punkte, die Sie berücksichtigen sollten:
  • Durch Sonneneinstrahlung oder bei Reibung durch die Maske und/oder den Regler kann sich der Zustand der Wunde verschlechtern, so dass mehr Schorf entsteht und sich der Heilungsprozess verzögert.
     
  • Wenn die Wunde blutet, nässt oder sich anderweitig öffnet, ist die Gefahr einer Infektion durch Krankheitserreger im Wasser groß. Bei Herpesbläschen kann es durch bakterielle Infektionen zu Komplikationen kommen. Daher ist es wichtig, dass sie gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und möglichst sauber und trocken gehalten werden.
     
  • Wenn eine Maske so auf der Wunde aufliegt, dass es zu Reibung oder Irritationen kommt, dann sollte erst einmal aufs Tauchen verzichtet werden. Das Gleiche gilt für den Atemregler. Wenn das Festhalten im Mund zu Reizungen führt, dann empfiehlt es sich, erst einmal nicht zu tauchen.
     
  • Da Herpesbläschen ansteckend sind, sollten Tauchpartner vorab besprechen, wie in einem Ohne-Luft-Notfall die Wechselatmung durchgeführt werden soll. Bei einer Mietausrüstung stellen Sie bitte sicher, dass diese ordnungsgemäß desinfiziert wird. Und, obwohl es unwahrscheinlich ist, besteht immer die Möglichkeit, dass eine Wiederbelebung erforderlich sein kann. Für diesen Fall müssen also Vorkehrungen getroffen werden, damit eine Übertragung der Krankheit verhindert wird. Normalerweise ist dies jedoch kein Problem, denn in den meisten Erste-Hilfe-Kästen befinden sich hierfür auch Beatmungshilfen.
     
  • Durch eine Behandlung mit z. B. Penciclovir (Denavir) und Docosanol (Abreva) kann unterstützend dafür gesorgt werden, dass die Haut weich bleibt und schneller heilt. Zur Linderung können Cremes mit betäubend wirkenden Inhaltsstoffen wie Phenol und Menthol verwendet werden. Bei den ersten Anzeichen von Herpesbläschen sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen und mit der Behandlung mit einem frei verkäuflichen Produkt beginnen. Wird innerhalb der ersten 48 Stunden mit einer antiviralen Therapie begonnen, kann dies die Heilung beschleunigen. Wir empfehlen, erst dann wieder zu tauchen, wenn die Behandlung abgeschlossen ist und keinerlei Anzeichen und Symptome des Herpes mehr zu sehen sind. Die psycho-physische Regeneration sollte vollständig abgeschlossen sein.

Hallo DAN, kann ich mit hohem Blutdruck tauchen?
Grundsätzlich ist ein erhöhter Blutdruck kein Ausschlussgrund für das Sporttauchen. Es kommt allerdings darauf an, wie ausgeprägt der erhöhte Blutdruck ist und ob es bereits typische Folgeschäden gibt, wie sie durch länger bestehenden Bluthochdruck verursacht werden.

Weil erhöhter Blutdruck in den meisten Fällen mit Medikamenten behandelt werden muss, die zum Teil deutliche unerwünschte Nebenwirkungen haben können, muss zunächst festgestellt werden, ob diese Medikamente mit dem Sporttauchen kompatibel sind.


ch hatte vor 4 Wochen eine Tympanoplastik-Operation (Wiederherstellung eines perforierten Trommelfelles) und eine Mastoidektomie-Operation (Entfernung einer Infektion am Knochen hinter dem Ohr). Wann kann ich wieder tauchen? Oder sollte ich nicht mehr tauchen?
Operative Eingriffe im Bereich des Mittelohres können zu sehr unterschiedlichen Belüftungssituationen führen. Eine Mastoidektomie ist ein äußerst umfangreicher Eingriff. Während nach den meisten Tympanoplastiken bei stabilem Trommelfell rasch wieder Tauchtauglichkeit bestehen kann, was aber der HNO-Arzt beurteilen muss, bedeutet eine Mastoidektomie eine Mindest-Heilungsphase von 8 bis 12 Wochen.

Danach entscheidet ebenfalls der HNO-Arzt.
Die veränderte Ohranatomie macht nach Ausheilung die genaue fachärztliche Begutachtung von Belastbarkeit und Druckausgleich in solchen Fällen unbedingt erforderlich.


Ich leide regelmäßig an Kopfschmerzen nach dem Tauchen. Ich habe weder Migräne noch Kopfschmerzen nach kurzen Tauchgängen. Was ist das Problem?
Immer wiederkehrende Kopfschmerzen nach längeren Tauchgängen können viele Ursachen haben.

Die häufigsten sind:

  1. Kohlendioxydanreicherung im Blut durch falsche Atemtechnik. Diese Kopfschmerzen sind sehr heftig und halten relativ lange an.
  2. Ungünstige Tauchposition mit Überstreckung der Halswirbelsäule. Häufig stellt man Verhärtungen der Nackenmuskulatur fest.
  3. Zu festes Beißen auf das Mundstück des Lungenautomaten führt durch Überbelastung der Kau- und Haltemuskulatur ebenfalls zu heftigen Kopfschmerzen, die sich nach Beendigung des Tauchgangs allerdings zügig bessern sollten.   

Soweit ich verstehe, ist Müdigkeit nach einem Tauchgang ein Symptom der Dekompressionserkrankung (DCS). Aber ich bin fast immer müde nach dem Tauchen. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?
Das Auftreten normaler, d.h. nicht-krankhafter, Müdigkeit nach dem Tauchen ist von Person zu Person unterschiedlich. Faktoren wie individuelle Fitness, Hitzestress, Einengung oder Einschnürung durch die Ausrüstung, Taucherfahrung, körperliche Anstrengung während des Tauchgangs, psychologischer Stress (positiver oder negativer) und Ablenkung kann die individuelle Müdigkeit beeinflussen.

Während diese Variablen es nicht leicht machen, Müdigkeit als Symptom für DCS zu quantifizieren, ist übersteigerte Müdigkeit in Verbindung mit anderen DCS-Symptomen bereits seit Langem bekannt.

Der Mechanismus hinter Müdigkeit (Fatigue) als DCS-Symptom ist schwer zu definieren. Möglicherweise ist es eine Reaktion auf eine in verschiedenen Geweben stattfindende Kaskade physiologischer Ereignisse.
Die Ursache könnte in direkter Stimulation von Nervengewebe oder indirekt in der Stimulation anderer Gewebe liegen. Es ist möglich, dass die Aufmerksamkeit, die neuerdings auf die Identifizierung biochemischer Marker für DCS gelenkt wird, bei der Beantwortung dieser Fragen behilflich ist.

Bis dahin bleibt als einzige sinnvolle Erklärung, anzunehmen, dass DCS eine komplexe, multifokale Reaktion auf eine Dekompressionsverletzung ist. Ungewöhnliche oder „unangemessene“ Müdigkeit, d.h. ein für eine bestimmte Person und für eine bestimmte Tauchexposition anormales Übermaß an Müdigkeit, ist ein anerkanntes DCS-Symptom.


Wenn man bei einem verunglückten Taucher Mund-zu-Mund-Beatmung im Wasser machen muss, warum kann man das dann nicht mit der Munddusche des zweiten Atemreglers machen? Das scheint mir doch einfacher zu sein, als eine Atemmaske zu benutzen.
Die Munddusche der zweiten Stufe eines Atemreglers zu nehmen, ist mehrfach vorgeschlagen worden. Allerdings überwiegen die vermeintlichen Vorteile nicht die potenziellen Risiken und Komplikationen.

Wenn sich das Mundstück des Atemreglers nicht bereits im Mund des bewusstlosen Tauchers befindet, kann der Versuch, es dort zu platzieren, schwierig werden und kostbare Zeit vergeuden. Ohne guten Verschluss des Mundes und einer Methode, die Nase des Tauchers zuzuhalten, werden jegliche Belüftungsversuche der Lunge fruchtlos bleiben.
Selbst wenn das Mundstück erfolgreich im Mund des Tauchers positioniert werden kann, besteht das Risiko, dadurch die "schlaffe" Zunge in den hinteren Rachenraum zu verlagern und dadurch den Luftweg zu blockieren.


Sollte das Mundstück des Atemreglers sich noch im Mund befinden oder ohne Blockade des Luftwegs dort platziert worden sein, besteht die nächste Herausforderung darin, Luft in die Lunge zu bringen. Mundduschenknöpfe besitzen keine richtige Regulierungsfunktion. Sie überspringen effektiv die Funktion der zweiten Stufe; daher kommt Luft mittleren Drucks direkt aus der ersten Stufe.
Atemgas mit derart hohem Druck in die Lunge zu leiten, kann diese überdehnen und damit zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Sollte der Luftweg blockiert sein, würde Atemgas, das mit der Munddusche verabreicht wird, unter Umständen in den Magen gelangen und diesen überdehnen.

Erbrechen oder Rückfluss kann die Folge sein, was ebenfalls die Atemwege blockieren würde. Mund-zu-Mund-Beatmung mit einer Maske gibt außerdem taktiles Feedback, was an Veränderungen des Drucks bemerkbar wird, den man aufwenden muss, um die Luft in die Lungen zu blasen; mit der Munddusche würde man das nicht merken. Darüber hinaus kann man bei der Munddusche auch nicht zusätzlich 100%igen Sauerstoff gleichzeitig verabreichen. Rettungsmethoden, die derzeit von den Tauchorganisationen gelehrt werden, sind das Ergebnis vieler Jahre praktischer Erfahrung.
Ventile von Mundduschen sind nicht dafür geschaffen als Rettungsequipment zu funktionieren.
Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung eines verletzten Taucher halte Dich lieber an etablierte Methoden.


Mein Arzt hat mir vor kurzem Coumadin verschrieben. Könnten Tauchen und die gleichzeitige Einnahme dieses Medikaments problematisch sein?
Das Risiko unkontrollierter Blutungen bei Menschen, die mit Antikoagulanzien wie Coumadin behandelt werden, ist bekannt. Viele Menschen jedoch, die Antikoagulanzien einnehmen — einschließlich Taucher —, haben ihre Prothrombinzeiten sorgfältig angepasst und sind bei angemessenem Verhalten nicht unbedingt einem unzumutbarem Risiko ausgesetzt.

Manche Ärzte sind der Meinung, dass Tauchen ein unnötiges Risiko für ihre Patienten ist, die Antikoagulanzien einnehmen, und werden vom Tauchen abraten; aber DAN sind keine Daten bekannt, die darauf hinweisen, dass Sporttaucher einem erhöhten Risiko von Komplikationen ausgesetzt sind.

Einige Ärzte, die in Tauchmedizin ausgebildet sind, mögen das Freizeitgerätetauchen vielleicht sogar für diese Patienten befürworten, sofern vorausgesetzt ist, dass:

  • die zugrundeliegende Erkrankung oder die Notwendigkeit für die Einnahme von Antikoagulanzien den Patienten keinem erhöhten Risiko eines Unfalls, einer Erkrankung oder einer Verletzung während des Tauchens aussetzt.
     
  • der Patient die Risiken versteht und der Taucher seine Tauchgewohnheiten anpasst, um das Risiko von Barotraumata der Ohren, Nebenhöhlen und der Lunge sowie Körperverletzungen zu senken. Dazu gehört das Vermeiden eines gewaltsamen Druckausgleichs — der Druckausgleich muss bei diesen Menschen einfach vonstattengehen.
     
  • der Patient konservativ taucht, kurze, flache Tauchprofile plant, um das Risiko einer Dekompressionserkrankung zu senken, die Blutungen im Innenohr oder im Rückenmark verursachen kann.
     
  • der Patient das Tauchen in Gegenden vermeidet, in denen angemessene medizinische Versorgung fern ist.
     
  • DDAN’s Mediziner und Sanitäter stehen Dir und Deinem Arzt zur Beratung zur Verfügung. Ruf uns einfach an!

Kürzlich hatte ich folgendes Erlebnis: Als ich nach meinem Tauchgang auftauchte, waren meine Augen blutunterlaufen und ich hatte zwei blaue Augen. Ist Euch so etwas bekannt?
Wie für die luftgefüllten Räume in unseren Nebenhöhlen und Ohren, müssen wir beim Abtauchen ebenso für die luftgefüllten Räume in unserer Tauchmaske den Druck ausgleichen. Versäumt man diesen Druckausgleich durch Ausatmen durch die Nase, wird Unterdruck in der Maske erzeugt.

Dieser Unterdruck erzeugt eine Sogwirkung. Wir nennen dies Masken- oder Gesichtsbarotrauma (“mask squeeze”), was sich unterschiedlich stark auf Weichteilgewebe von Gesicht und Augen auswirken kann.
Das Weichteilgewebe um die Augen schwillt an (periorbitales Ödem), verfärbt sich und manifestiert sich als Rötung oder als Bluterguss (Ekchymose). Die Augen selbst können blutunterlaufen erscheinen. Sofern weder Augenschmerzen noch Sehstörungen auftreten, gibt es keine besondere Behandlung für ein Gesichtsbarotrauma.


Die Verletzungen durch ein Maskenbarotrauma können bis zu zwei Wochen andauern, bis sie ganz abgeklungen sind. Bluterguss und Ödem werden nach einer gewissen Zeit vom Körper selbst abgebaut.
Beim Einzelnen kann sich das Erscheinungsbild noch verschlechtern, bevor es besser wird.

Ein Mediziner oder Augenarzt sollte sich umgehend um Augenschmerzen oder Sehstörungen, wie zum Beispiel verschwommenes Sehen oder teilweisen Verlust des Gesichtsfeldes, kümmern. Diese Symptome sind allerdings selten bei einem Maskenbarotrauma.
Die beste Hilfe bei einem Maskenbarotrauma ist tatsächlich die Prävention: wenn man beim Abstieg durch die Nase ausatmet (wie zum Beispiel natürlicherweise beim Druckausgleich mit dem Valsalva-Manöver), dann ist das Risiko eines Barotraumas des Gesichts gering.


Man hat bei mir vor Kurzem das Raynaud-Syndrom festgestellt. Ich tauche für mein Leben gern. Kann ich diesen Sport weiterhin betreiben?
Das Raynaud-Syndrom reduziert eine effektive Durchblutung der Extremitäten, hauptsächlich von Fingern und Zehen. Die Folge sind kalte, bleiche Finger und Zehen, die schmerzen und rot werden, wenn das Blut zurückkehrt.

Das zugrundeliegende Problem ist die Verengung der diesen Bereich versorgenden Blutgefäße als Reaktion auf Kälte, Stress und andere Faktoren.
Meist sind die Symptome nur schwach ausgeprägt.
as Raynaud-Phänomen kann als isoliertes Problem auftreten. Meistens aber tritt es in Verbindung mit Autoimmun- und Bindegewebserkrankungen wie Sklerodermie, rheumatoider Arthritis und Lupus auf. Das Raynaud-Syndrom wird einem Taucher dann gefährlich, wenn er so stark beeinträchtigt ist, dass er im Verlauf des Tauchgangs Finger und Hände nicht mehr bewegen kann. Wenn Kälte bei jemandem diesen Effekt hat, dann wird das Eintauchen in kaltes Wasser höchstwahrscheinlich denselben Effekt haben.

Diese Personen sollten es vermeiden, in Wasser zu tauchen, das so kalt ist, dass es die Symptome hervorruft, wenn der Taucher keine Handschuhe trägt.
Die Schmerzen können so schlimm sein, dass der Taucher seine Hände praktisch nicht benutzen kann. Personen, bei denen dieses Phänomen weniger stark ausgeprägt ist, haben nicht unbedingt Schwierigkeiten, ihre Hände unter Wasser normal benutzen zu können. Bei Personen mit starken Symptomen kann ein Kalziumkanalblocker helfen; leichter Schwindel kann eine auffällige Nebenwirkung sein, wenn man sich vom Sitzen oder Liegen in den Stand aufrichtet.


Meine Frau und ich machen gerne Fernreisen in exotische Länder. Mein früherer Hausarzt gab mir immer Antibiotika mit, für den Fall, dass ich krank werde, wenn wir in entlegeneren Gegenden sind. Ich habe einen neuen Hausarzt, der das nicht so gerne tut. Was empfiehlt DAN?
Seit einiger Zeit sind die Richtlinien zum Verschreiben von Antibiotika für einige Erkrankungen restriktiver geworden, da vermehrt Antibiotika-Resistenzen auftreten. Viele Erkrankungen sind nur viraler Natur und Antibiotika helfen in solch einem Fall nicht

Wenn Du auf Reisen krank wirst, ist ein lokaler Arzt die beste Anlaufstelle. Er kennt die in dieser Gegend auftretenden Pathogene (Keime, Erreger) am besten.
Auf Reisen schützt man sich außerdem vor Krankheiten am wirksamsten durch richtiges Händewaschen, sauberes Wasser und Essen, für das Reiseland empfohlenen Impfungschutz und geeigneten Schutz vor Moskitos in Gegenden, in denen sie Erreger auf Menschen übertragen. Ein Gespräch mit dem Hausarzt oder der Besuch des Tropeninstituts sind sinnvoll, wenn man in eine Gegend reist, in der medizinische Versorgung wenig ausgeprägt oder nicht vorhanden ist.

Man bekommt medizinischen Rat darüber, welche Medikamente man auf seiner Reise mitführen und in welchem Fall man diese anwenden sollte.


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