
Die psychische Gesundheit ist eine der größten Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, mit denen junge Europäer heute konfrontiert sind. Angstzustände, chronischer Stress, Schlafstörungen und soziale Isolation betreffen zunehmend die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen und erfordern neue, evidenzbasierte Ansätze, die Resilienz, Inklusion und einen gesünderen Lebensstil fördern.
One Health Underwater: Jugendwohlbefinden durch Tauchen ist ein Erasmus+-Projekt unter der Leitung von FFESSM in Zusammenarbeit mit DAN Europe und HE2B, das das Potenzial des Sporttauchens als Instrument zur Förderung des psychischen Wohlbefindens junger Menschen untersucht.
Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, Sport, Umweltbewusstsein und sozialer Inklusion untersucht das Projekt, wie die einzigartigen Merkmale des Tauchens (moderate körperliche Aktivität, kontrollierte Atmung, fokussierte Aufmerksamkeit, Eintauchen in die Natur und soziale Verbundenheit) zum psychischen Wohlbefinden und zur emotionalen Resilienz beitragen können.
Von der Hypothese zu den Daten
Zwischen November 2025 und April 2026 führte das Projekt eine internationale Umfrage durch, die in 6 Sprachen verfügbar war und darauf abzielte, den Zusammenhang zwischen Tauchgewohnheiten, Lebensstil und psychischem Wohlbefinden bei jungen Erwachsenen besser zu verstehen.
Die Umfrage sammelte Antworten von 1.669 Tauchern im Alter von 18 bis 29 Jahren und ist damit einer der umfassendsten Datensätze, die jemals in diesem Bereich zusammengetragen wurden. Der auf validierten wissenschaftlichen Bewertungsinstrumenten basierende Fragebogen untersuchte das psychische Wohlbefinden, die Stimmung, den Lebensstil, die Motivation und das Tauchverhalten einer vielfältigen europäischen Bevölkerung.
Erste Ergebnisse: ein positives Signal
Die ersten konsolidierten Analysen zeigen ein konsistentes Muster von hohem psychischem Wohlbefinden unter den Teilnehmern.
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
- Durchschnittliche WEMWBS-Werte für psychisches Wohlbefinden über 55/70
- Mehr als 80 % der Teilnehmer geben regelmäßig an, sich ruhig, optimistisch, konzentriert und geistig aktiv zu fühlen
- 93 % betrachten das Tauchen als einen wichtigen Teil ihres Lebens
- Mehr als die Hälfte taucht mindestens einmal pro Monat
Die Analyse des Stimmungsprofils zeigte zudem eine Dominanz positiver emotionaler Zustände wie Ruhe, Achtsamkeit, Energie und Entspannung, während Indikatoren für Anspannung oder Reizbarkeit vergleichsweise niedrig blieben.
Zwar begründen diese Ergebnisse keinen Kausalzusammenhang, doch liefern sie ermutigende Belege für die Hypothese, dass regelmäßiges Tauchen positiv zum psychischen Wohlbefinden beitragen kann.
„Tauchen schafft eine einzigartige Kombination aus physiologischer Regulierung, fokussierter Aufmerksamkeit und sozialer Interaktion, die eine wissenschaftliche Untersuchung verdient.“
— Prof. Costantino Balestra, DAN Europe
„Wenn es unter den richtigen Bedingungen ausgeübt wird, kann Tauchen zum psychischen Wohlbefinden beitragen, indem es das parasympathische Nervensystem stimuliert und dem Körper hilft, sich zu entspannen, zu erholen und das Gleichgewicht wiederherzustellen.“
— Dr. Frédéric Di Meglio, Präsident der FFESSM
Die nächste Phase: von der Umfrage zur Feldforschung
Im Anschluss an diese erste Forschungsphase wird One Health Underwater im Sommer 2026 in eine experimentelle Phase übergehen. Ein spezielles Tauchcamp für Jugendliche in Frankreich wird es den Forschern ermöglichen, die Teilnehmer über einen längeren Zeitraum hinweg durch wiederholte psychologische Bewertungen und biologische Marker, einschließlich der Analyse von Biomarkern im Speichel, zu beobachten.
Diese nächste Phase zielt darauf ab, besser zu verstehen, wie regelmäßiges Tauchen folgende Aspekte beeinflussen kann: Stressregulation, emotionale Resilienz, Selbstvertrauen, soziale Verbundenheit sowie langfristiges psychisches Wohlbefinden.
Ausblick
Das langfristige Ziel von One Health Underwater ist es, fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die die Integration des Tauchens in künftige Gesundheits-, Bildungs-, Sport- und Programme zur sozialen Inklusion in ganz Europa unterstützen können.
Durch die Verknüpfung von menschlicher Gesundheit, Umweltbewusstsein und einem aktiven Lebensstil strebt das Projekt an, das Tauchen nicht nur als Sportart, sondern als potenzielles Instrument für Wohlbefinden, Resilienz und positive soziale Auswirkungen zu positionieren.
